Gottesdienste


Die Kirchengemeinde Rauschenberg-Ernsthausen feiert sonntäglich Gottesdienste in Rauschenberg und Ernsthausen.

 

Bitte informieren Sie sich über feststehende Termine und die sonntäglichen Gottesdienstzeiten.

Zu dem finden Sie hier die Gottesdienstzeiten im Haus Rauschenberg und die Kindergottesdienstzeiten.Über weitere individuelle Angebote informiert sie die Seite Angebote


An(ge)dacht

 

Seht, die gute Zeit ist nah…

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

 

wir haben die dunklen Tage im November hinter uns gelassen. Die Tage, an denen wir mit Blumen und Kränzen an den Gräbern standen. Ganz bewusst wurde uns wieder der Gedanke der Endlichkeit. Und doch haben wir gehört von einem neuen Himmel und einer neuen Erde, davon, dass das Leben bleibt, dass Licht das Dunkel hell macht. „Seht, die gute Zeit ist nah!“ Das können wir, jetzt im Advent, einander sagen. Aber können wir es auch hören? Können wir dem vertrauen? Oder können wir, nachdem was war, mit gar keiner guten Zeit mehr rechnen?

„Seht, die gute Zeit ist nah!“ – immer wieder gab es Menschen, die davon erzählt haben. Die darauf gehofft haben, dass sich in ihrem Leben etwas verändert. Etwas, dass ihr Leben in ein ganz neues Licht rückt, unter ein neues Vorzeichen setzt. Die Adventszeit erinnert uns an dieses Hoffen. Sie stellt uns mitten rein. Sie zeigt uns, wie Menschen gewartet haben. Und ihr Warten hat sich gelohnt! Ganz plötzlich hat sich ihr Leben grundlegend verändert.

Wir werden sie wieder hören, die Geschichten. Von Maria, der ein Engel unverhofft Unglaubliches erzählt. Eine der Ärmsten der Armen, von Gott gesehen und für wertvoll erachtet. Eine Mutter voller Ängste und Zweifel über das, was nun mit diesem neuen Leben, mit diesem besonderen Kind beginnen wird. Aber sie vertraut und macht sich sofort auf den neuen Weg, mit einem Lied auf den Lippen: „Meine Seele erhebt den Herrn, und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes.“ Sie kann nicht anders, als davon zu erzählen, die Freude weiterzugeben. Und diese Freude steckt an: „Selig bist du, die du geglaubt hast!“, sagt ihre Verwandte und Vertraute, Elisabeth, „denn es wird vollendet werden, was dir gesagt ist von dem Herrn!“

Auch mit den Hirten werden wir uns wieder auf den Weg machen, neugierig und gespannt auf das, was ihnen in Kälte und Einsamkeit zugerufen wurde: „Euch ist heute der Heiland geboren!“ Und auch für uns wird klar: Uns ist der Heiland geboren! In jeder dunklen Nacht, in jeder kalten Zeit, die in unserem Leben über uns hereinbricht. „Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude!“ Diese Freude will uns einholen, will uns mitnehmen auf den Weg zum Kind in der Krippe und wie jedes Jahr wieder neu über das Wunderbare staunen lassen: Gott ist einer von uns, einer, der sich im Kind in der Krippe zu uns auf den Weg gemacht hat und einer, der immer wieder, jeden Tag neu, in unsere Hütten und Häuser kommt, so bescheiden es in unserem Leben manchmal auch aussehen mag. Gott kommt in unser Leben und in unsere dunkelsten Ecken. Auch wenn das Dunkle nicht immer ganz verschwinden mag, dann ist da doch etwas von dem Glanz, der vom Kind in der Krippe ausgeht.

Es soll auch Tage geben, in denen wir auf der Suche sind, weil uns der Alltag doch auf den ein- oder anderen Holzweg gebracht hat, wenn die Orientierung fehlt, um einen Schritt vor den nächsten setzen zu können. Vielleicht geht es uns dann so, wie den drei Königen – denen der Weihnachtsstern zur Orientierung wurde und so den Weg zu ihrem Ziel an der Krippe fanden. Und am Ziel Ihrer weiten Reise? Freude! Vielleicht kann auch nach langer Suche für uns gelten: „Als sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut.“

Seht, die gute Zeit – sie ist ganz nah! Sie ist eine Zeit, in der uns etwas von unserer Sehnsucht genommen wird, die wir so oft in unserem Leben in uns tragen. Die Sehnsucht, ankommen zu können, ins Licht kommen zu können mit dem Schönen und dem Traurigen, die Sehnsucht ankommen zu können bei dem der verspricht, unser Leben hell zu machen. Und bei dem wir auch unsere Dunkelheiten des Lebens nicht verstecken müssen. Die Weihnachtsgeschichte ist eine Geschichte mit uns. Und wir gehen sie als Freudengeschichte gemeinsam mit – als Maria, Elisabeth, Hirten und Könige. Und wer weiß: vielleicht können auch wir für andere zu Engeln werden, mit einem Lied auf den Lippen: „Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren!“

 

 

 

Wir wünschen Ihnen eine gesegnete Advents– und Weihnachtszeit!

 

Ihre Kirchengemeinde