Menschen in Amt und Würden


Pfarrer


 

WORT AUF DEN WEG  

 

Liebe Leser,

 

Demut?

 

Was haben wir als Kirche doch für eigentümliche Wahrheiten, die man sonst in unserer Gesellschaft kaum oder gar nicht hört oder findet! „Alle miteinander aber haltet fest an der Demut; denn Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt Er Gnade“ schreibt Petrus (1.Pt 5,5). 

 

‚Mach was aus dir!’ ‚Zeig was du kannst und wer du bist!’ ‚Verkaufe dich so gut du kannst!’‚Lass dich von niemandem unterkriegen!’  ruft uns unsere Gesellschaft und besonders unsere Mediengesellschaft zu – und schiebt uns damit in einen permanenten Druck und K(r)ampf der Selbstdarstellung hinein.

 

Wie peinlich sind manche Casting-Shows mit all der Selbsterhöhung durch die Bewerber und Fremderniedrigung durch die Juroren oder das Publikum.

 

Wie traurig ist es, wenn Menschen sich so abhängig machen vom Urteil eines „Richters“ oder der Masse der Zuschauer. Und wie verletzend ist dieses Urteil oft!

 

Wie anders, wie befreiend anders ist da die Botschaft unseres Gottes von der Demut, - wenn wir sie recht verstehen. Axel Kühner schreibt dazu:

 

„Das Wort Demut hat in einer Ellbogengesellschaft und Egoismus GmbH keinen guten Klang. Demut bedeutet nicht, dass wir unsere Gaben verbergen, unsere Stärken leugnen, unsere Kräfte gering achten und unseren Wert herunterspielen. Sich demütigen heißt nicht, seine Persönlichkeit aufgeben, sich klein machen und immer klein beigeben.

 

Demut ist das Bewusstsein, dass unsere Gaben und Kräfte, Stärken  und Möglichkeiten ein Geschenk Gottes sind. Demut empfängt die einmalige Persönlichkeit aus Gottes Liebe und das Ansehen daraus, dass Gott uns so freundlich ansieht. Demütige Menschen sind aufrechte Menschen, weil sie von Gott so wertgeachtet sind und gewürdigt sind, und geneigte Menschen, weil sie diese Liebe in der Gestalt der Zuneigung an andere weiterverschenken. Hochmut kommt vor dem Fall, Demut kommt vor dem Aufstieg“ .Was haben wir als Kirche doch für wunderbare Wahrheiten, die man überall  in unserer Gesellschaft hören und finden sollte! Nicht gedemütigt, sondern geliebt und aufgewertet;  nicht erniedrigt, sondern erhöht und beschenkt mit Gnade! In sich selbst aufrecht und mit Würde seinen Weg gehen – und dabei gleichzeitig dem Nächsten liebevoll und achtungsvoll zugewandt zu leben. Das will der Geist von Pfingsten in uns bewirken, dass wir unseren Glauben so begeistert leben, wie der Geist Jesu es uns als Christen im Glauben erfahren lässt. Eine in diesem Sinne von der Demut begeisterte Sommerzeit wünscht Ihnen             

 

 

 

 

(aus: Axel Kühner, Hoffnung und Zuversicht, S.77)

 

 

 

 

Ihr D.Brüning